Speedtest mit falschem Ergebnis: Ursachen erkennen und richtig prüfen
Ein Speedtest kann durch WLAN, Router, Auslastung oder den Testserver abweichen. So prüfen Sie die Ursache und verbessern die Messung.
Woran erkennt man ein falsches Speedtest-Ergebnis?
Ein Speedtest zeigt die aktuell gemessene Verbindung zwischen Ihrem Gerät und einem Testserver. Das Ergebnis muss daher nicht exakt der maximal beworbenen Geschwindigkeit Ihres Anbieters entsprechen. Besonders häufig weichen Download, Upload und Latenz ab, wenn die Messung über WLAN erfolgt oder andere Geräte gleichzeitig Daten übertragen.
Ein einzelner niedriger Messwert ist noch kein sicherer Hinweis auf eine Störung. Aussagekräftiger sind mehrere Tests zu unterschiedlichen Zeiten, möglichst mit demselben Gerät und unter vergleichbaren Bedingungen.
Häufige Ursachen für abweichende Messwerte
WLAN-Signal und Funkstörungen
WLAN ist oft die wichtigste Ursache für ein scheinbar falsches Ergebnis. Große Entfernungen zum Router, dicke Wände, benachbarte Funknetze oder die Nutzung des überlasteten 2,4-GHz-Bands können den Download deutlich reduzieren. Auch ein älteres Gerät unterstützt möglicherweise nicht die Geschwindigkeit, die der Anschluss über Glasfaser oder DSL/Kabel bereitstellt.
Andere Geräte nutzen die Verbindung
Streaming, Cloud-Synchronisation, Videokonferenzen, Spiele-Downloads und automatische Updates teilen sich die verfügbare Bandbreite. Läuft während des Tests ein weiterer Download, fällt der gemessene Wert niedriger aus. Auch Uploads können den Test beeinflussen, insbesondere wenn der Anschluss eine geringe Upload-Kapazität besitzt.
Router oder Endgerät sind überlastet
Ein Router mit veralteter Firmware, hoher Prozessorlast oder vielen aktiven Verbindungen kann die Messung verfälschen. Gleiches gilt für ein Smartphone oder einen Computer, auf dem viele Programme im Hintergrund laufen. Sicherheitssoftware, VPNs und manche Browser-Erweiterungen können zusätzlich die Übertragung bremsen.
Der Testserver liegt weit entfernt oder ist ausgelastet
Speedtests verwenden Server, die nicht immer optimal erreichbar sind. Ein ausgelasteter oder geografisch weit entfernter Server kann eine niedrigere Download- und Upload-Geschwindigkeit sowie eine höhere Latenz liefern. Deshalb können zwei Messdienste zur gleichen Zeit unterschiedliche Ergebnisse anzeigen.
Netzauslastung beim Anbieter
Bei DSL/Kabel-Anschlüssen kann die gemeinsame Nutzung eines Netzsegments zu Stoßzeiten die Geschwindigkeit beeinflussen. Auch im Zugangsnetz eines Anbieters oder an regionalen Übergabepunkten sind zeitweise Engpässe möglich. Bei einem Glasfaseranschluss sind lokale Störungen, Wartungen oder Probleme an der Hausverkabelung ebenfalls denkbar.
Falsche technische Erwartungen
Die beworbene Anschlussgeschwindigkeit ist nicht automatisch der Wert, den jedes Gerät im Alltag erreicht. Protokoll-Overhead, Netzwerkausrüstung und die Eigenschaften des Endgeräts führen zu geringfügigen Abweichungen. Ein niedriger Wert ist vor allem dann auffällig, wenn er dauerhaft und deutlich unter der vertraglich erwartbaren Leistung liegt.
So prüfen Sie die Ursache systematisch
- Verbinden Sie einen Computer testweise mit einem Netzwerkkabel direkt mit dem Router.
- Beenden Sie Streaming, VPN, Cloud-Synchronisation und laufende Downloads auf allen Geräten.
- Starten Sie den Router neu und prüfen Sie, ob die Firmware aktuell ist.
- Führen Sie mehrere Messungen zu verschiedenen Tageszeiten durch.
- Vergleichen Sie mindestens zwei nahegelegene Testserver, ohne währenddessen die Testbedingungen zu verändern.
- Notieren Sie Download, Upload, Latenz, Uhrzeit, Verbindungstyp und verwendetes Gerät.
Bleibt die Geschwindigkeit per Kabel zu unterschiedlichen Zeiten deutlich zu niedrig, ist ein WLAN-Problem weniger wahrscheinlich. Schwankt dagegen nur die Funkverbindung, sollte die WLAN-Umgebung genauer untersucht werden.
Speedtest korrekt durchführen
Für eine möglichst belastbare Messung sollte der Computer per Ethernet-Kabel am Router angeschlossen sein. Verwenden Sie einen aktuellen Browser und schließen Sie nicht benötigte Anwendungen. Wiederholen Sie den Test mindestens dreimal und bilden Sie keinen Durchschnitt aus Messungen, die unter völlig verschiedenen Bedingungen entstanden sind.
Prüfen Sie außerdem, ob das Netzwerkkabel und der Anschluss am Computer die erwartete Datenrate unterstützen. Bei sehr schnellen Glasfaser-Anschlüssen können ältere Netzwerkadapter, Switches oder Kabel zum begrenzenden Faktor werden.
Welche Optimierungen helfen?
- Stellen Sie den Router möglichst zentral und frei auf.
- Nutzen Sie bei kurzen Entfernungen das 5-GHz- oder ein aktuelles WLAN-Band.
- Vermeiden Sie große Downloads während der Messung.
- Aktualisieren Sie Router, Betriebssystem und Netzwerktreiber.
- Deaktivieren Sie ein VPN für den Vergleichstest, sofern dies sicher und zulässig ist.
- Verwenden Sie ein geeignetes Ethernet-Kabel für eine kabelgebundene Kontrollmessung.
Ein WLAN-Repeater kann die Reichweite verbessern, reduziert aber je nach Technik und Standort nicht automatisch die Latenz oder erhöht die verfügbare Bandbreite. Eine bessere Position des Routers oder ein kabelgebundener Zugang ist häufig die zuverlässigere Lösung.
Wann sollte man den Anbieter kontaktieren?
Kontaktieren Sie den Anbieter, wenn mehrere kabelgebundene Messungen dauerhaft deutlich unter der erwartbaren Leistung liegen oder die Verbindung häufig abbricht. Übermitteln Sie Zeitpunkt, Messwerte, Latenz, Anschlussart und Informationen zum verwendeten Gerät. Der Anbieter kann anschließend Leitungswerte, Netzabschnitte und mögliche Störungen prüfen.
Bei einer einzelnen niedrigen Messung besteht dagegen meist noch kein ausreichender Nachweis für eine Störung. Erst wiederholbare Ergebnisse unter kontrollierten Bedingungen zeigen, ob das Problem beim WLAN, beim Heimnetz oder beim Anschluss selbst liegt.
