Speedtest im Mesh-WLAN: Ursachen für langsames Internet
Ein Mesh-WLAN-Speedtest zeigt oft weniger Download, Upload oder höhere Latenz. Ursachen sind meist Funk, Backhaul, Router oder Anbieter.
Welche Symptome zeigt ein Mesh-WLAN-Speedtest?
Ein Speedtest im Mesh-WLAN kann deutlich niedrigere Werte liefern als ein Test per Netzwerkkabel am Router. Typisch sind ein langsamerer Download, ein begrenzter Upload, schwankende Ergebnisse oder eine erhöhte Latenz. Besonders auffällig wird das Problem, wenn ein Endgerät weit vom Router entfernt ist oder sich mit einem zusätzlichen Mesh-Knoten verbindet.
Die Messwerte sollten immer im Zusammenhang mit dem Internetanschluss betrachtet werden. Bei einem Glasfaseranschluss kann die Funkverbindung zum begrenzenden Faktor werden. Bei DSL oder Kabel liegt die Ursache dagegen auch beim Anschluss, beim Anbieter oder beim Router.
Ursache 1: Schwache Funkverbindung zwischen Mesh-Knoten
Ein Mesh-Knoten kann das WLAN nur zuverlässig weitergeben, wenn seine eigene Verbindung zum Router oder zu einem anderen Knoten ausreichend stark ist. Steht der Knoten hinter mehreren Wänden, in einem anderen Stockwerk oder zu weit am Rand der Funkabdeckung, sinken Download und Upload. Gleichzeitig kann die Latenz steigen, weil Daten häufiger erneut übertragen werden müssen.
So lässt sich die Ursache prüfen
Öffnen Sie die Mesh-App oder die Router-Oberfläche und prüfen Sie die Signalqualität sowie die Verbindungsgeschwindigkeit jedes Knotens. Testen Sie anschließend am gleichen Standort direkt neben dem Knoten und vergleichen Sie die Werte mit einem Test per LAN-Kabel am Router.
Ursache 2: Funk-Backhaul verbraucht WLAN-Kapazität
Bei einem drahtlosen Backhaul nutzen Mesh-Knoten einen Teil der Funkkapazität für die Kommunikation untereinander. Bleibt dafür dasselbe Frequenzband wie für die Endgeräte zuständig, muss die verfügbare Bandbreite geteilt werden. Das kann den Download und Upload spürbar reduzieren, besonders bei vielen aktiven Geräten oder bei hoher Auslastung.
So lässt sich die Ursache prüfen
Prüfen Sie, ob das Mesh-System einen eigenen Funkkanal für den Backhaul verwendet. Ein Vergleichstest mit einem per Ethernet angeschlossenen Mesh-Knoten zeigt, ob die drahtlose Verbindung zwischen den Knoten der Engpass ist.
Ursache 3: Ungünstige Platzierung und Funkstörungen
Betonwände, Stahl, Fußbodenheizungen, Möbel und geschlossene Schränke dämpfen das WLAN-Signal. Auch benachbarte WLAN-Netze, Bluetooth-Geräte, USB-3-Geräte oder Funkkameras können Störungen verursachen. Ein Mesh-Knoten sollte deshalb nicht im Funkloch stehen, sondern ungefähr zwischen Router und dem zu versorgenden Bereich platziert werden.
So lässt sich die Ursache prüfen
Führen Sie mehrere Tests an verschiedenen Standorten und zu unterschiedlichen Zeiten durch. Bleiben die Werte in der Nähe des Routers stabil, sind aber in einem bestimmten Raum deutlich schlechter, spricht das für ein Funk- oder Platzierungsproblem.
Ursache 4: Router, Mesh-Konfiguration oder Endgerät begrenzen die Leistung
Ein älterer Router oder Mesh-Knoten unterstützt möglicherweise nicht den WLAN-Standard, die Kanalbreite oder die Funktionen moderner Endgeräte. Auch ein aktivierter Gastzugang, eine falsche Betriebsart, veraltete Firmware oder eine ungünstige Kanalwahl kann die Geschwindigkeit begrenzen. Zusätzlich verfügen Smartphones, Notebooks und Smart-Home-Geräte über unterschiedlich leistungsfähige WLAN-Adapter.
So lässt sich die Ursache prüfen
Aktualisieren Sie Router und Mesh-Knoten, prüfen Sie die Verbindungsgeschwindigkeit des Endgeräts und vergleichen Sie mehrere Geräte. Wenn nur ein einzelnes Gerät schlechte Werte liefert, liegt die Ursache eher beim WLAN-Adapter, Treiber oder Energiesparmodus dieses Geräts.
Ursache 5: Andere Geräte und Anwendungen nutzen die Verbindung
Cloud-Synchronisation, Videokonferenzen, Streaming, große Downloads und Sicherheitskopien können den Internetanschluss oder das lokale WLAN auslasten. Dann fällt der Speedtest niedriger aus, obwohl die technische Verbindung grundsätzlich funktioniert. Besonders der Upload wird oft durch Backups oder das Versenden großer Dateien begrenzt.
So lässt sich die Ursache prüfen
Beenden Sie vor dem Test aktive Downloads, Uploads und Streaming-Anwendungen. Prüfen Sie in der Router-Oberfläche, welche Geräte Daten übertragen, und wiederholen Sie die Messung zu einer ruhigen Nutzungszeit.
Ursache 6: Anschluss oder Anbieter liefern nicht konstant
Bei DSL und Kabel können Leitungsqualität, Netzauslastung oder technische Störungen die Werte beeinflussen. Auch bei Glasfaser kann ein Problem am Übergabepunkt, am Router oder beim Anbieter vorliegen. Ein einzelner WLAN-Speedtest beweist daher nicht, dass der Internetanschluss selbst zu langsam ist.
So lässt sich die Ursache prüfen
Verbinden Sie einen Computer direkt per Netzwerkkabel mit dem Router und führen Sie mehrere Messungen zu verschiedenen Zeiten durch. Liegen die LAN-Werte ebenfalls dauerhaft deutlich unter der gebuchten Anschlussleistung, sollten Sie die Messprotokolle an den Anbieter weitergeben. Nennen Sie dabei Anschlussart, Zeitpunkt, Download, Upload und Latenz.
So optimieren Sie Ihr Mesh-WLAN
- Router und Knoten sinnvoll platzieren: Stellen Sie Mesh-Knoten frei und möglichst auf halber Strecke zwischen Router und schlecht versorgtem Bereich auf.
- Ethernet-Backhaul nutzen: Verbinden Sie Knoten nach Möglichkeit per Netzwerkkabel. Das entlastet die Funkverbindung und verbessert häufig Download, Upload und Latenz.
- Firmware aktualisieren: Installieren Sie aktuelle Software für Router, Mesh-Knoten und Endgeräte.
- Frequenzbänder prüfen: Nutzen Sie 5-GHz- oder 6-GHz-WLAN für hohe Datenraten, sofern Entfernung und Endgerät dafür geeignet sind. 2,4 GHz bietet oft eine größere Reichweite, ist aber stärker ausgelastet.
- Störquellen reduzieren: Halten Sie Router und Knoten von Metall, Mikrowellen, Bluetooth-Sendern und geschlossenen Möbeln fern.
- Vergleichsmessungen durchführen: Testen Sie per LAN am Router, per WLAN neben dem Router und am problematischen Standort. So lässt sich der Engpass Schritt für Schritt eingrenzen.
Wie Sie einen aussagekräftigen Speedtest durchführen
Verwenden Sie für die Diagnose möglichst dasselbe Endgerät und denselben Testdienst. Trennen Sie unnötige Geräte nicht zwingend vom Netzwerk, notieren Sie aber deren Aktivität. Führen Sie mehrere Messungen durch und vergleichen Sie die Ergebnisse für LAN, Router-WLAN und Mesh-Knoten.
Ein niedriger Wert nur an einem entfernten Knoten deutet meist auf Funk oder Backhaul hin. Sind alle WLAN-Werte schlecht, während der LAN-Test gut ausfällt, sollte die WLAN-Konfiguration geprüft werden. Sind auch die LAN-Messungen niedrig, kommen Router, Anschluss oder Anbieter als Ursache infrage.
