Internetgeschwindigkeit per Ethernet testen: Ursachen für langsame Werte

Ein Ethernet-Test liefert meist zuverlässigere Werte als ein WLAN-Test, kann aber ebenfalls zu niedrige Ergebnisse zeigen. Gründe sind unter anderem ein ungeeignetes Netzwerkkabel, eine begrenzte Netzwerkkarte, fehlerhafte Router-Einstellungen, ausgelastete Geräte oder Einschränkungen beim Anbieter. Dieser Beitrag erklärt, wie Sie Download, Upload und Latenz korrekt messen, einzelne Fehlerquellen voneinander unterscheiden und die Verbindung gezielt optimieren. Die Hinweise gelten für Glasfaser, DSL/Kabel und typische Heimnetzwerke.

Veröffentlicht 2026-08-17 Zuletzt aktualisiert 2026-08-17 Kategorie: Leitfäden

Warum die Internetgeschwindigkeit per Ethernet testen?

Eine Messung über Ethernet reduziert Störeinflüsse, die bei WLAN durch Entfernung, Funkkanäle, Wände oder andere Netzwerke entstehen. Deshalb eignet sich eine direkte Kabelverbindung besonders gut, wenn Sie prüfen möchten, ob die tatsächliche Leistung Ihres Anschlusses von den erwarteten Werten abweicht. Messen Sie Download, Upload und Latenz möglichst auf einem Computer, der direkt mit dem Router verbunden ist.

Führen Sie mehrere Tests zu unterschiedlichen Tageszeiten durch und beenden Sie währenddessen Streaming, große Downloads, Cloud-Synchronisationen und VPN-Verbindungen. Einen browserbasierten Test können Sie beispielsweise über den Speedtest von speedtest.im starten.

Häufige Ursache: Netzwerkkabel oder Anschluss begrenzen die Leistung

Ein altes, beschädigtes oder schlecht geschirmtes Ethernet-Kabel kann die Verbindung auf 100 Mbit/s oder darunter begrenzen. Auch ein Router-Port oder ein Adapter mit nur 100 Mbit/s verhindert höhere Werte, selbst wenn der Anschluss über Glasfaser oder Kabel deutlich mehr leisten könnte. Prüfen Sie die ausgehandelte Verbindungsgeschwindigkeit in den Netzwerkeinstellungen und verwenden Sie ein funktionierendes Gigabit-Kabel, beispielsweise der Kategorie Cat 5e oder höher.

Häufige Ursache: Computer, Netzwerkkarte oder Treiber sind zu langsam

Die maximale Geschwindigkeit hängt nicht nur vom Anbieter und Router ab. Eine ältere Netzwerkkarte, ein überlasteter Prozessor, fehlerhafte Treiber oder ein USB-Ethernet-Adapter können den Speedtest ausbremsen. Testen Sie mit einem zweiten Gerät am selben Router-Port. Erreicht dieses deutlich bessere Werte, liegt die Ursache wahrscheinlich am ersten Computer. Aktualisieren Sie den Netzwerktreiber und prüfen Sie, ob Hintergrundprogramme die Verbindung oder Systemleistung nutzen.

Häufige Ursache: Router-Einstellungen und Heimnetzwerk

QoS-Regeln, Kindersicherung, Traffic-Überwachung, veraltete Firmware oder ein aktiviertes VPN im Router können den Durchsatz reduzieren. Auch ein anderer Nutzer im Haushalt kann mit einem großen Upload oder Download die Messung beeinflussen. Starten Sie den Router neu, installieren Sie verfügbare Firmware-Updates und deaktivieren Sie testweise nicht benötigte Filter- oder Priorisierungsregeln. Die Einstellungen sollten Sie danach gezielt wieder aktivieren, wenn sie im Alltag benötigt werden.

Häufige Ursache: Auslastung beim Anbieter oder im Zugangsnetz

Wenn mehrere Ethernet-Tests auf verschiedenen Geräten zu unterschiedlichen Zeiten dauerhaft zu niedrige Werte zeigen, kann die Ursache außerhalb des Heimnetzwerks liegen. Bei DSL- und Kabelanschlüssen treten Schwankungen durch Leitungsqualität oder gemeinsame Netzabschnitte auf. Bei Glasfaser sind konstante Abweichungen eher durch die Geräte, die Konfiguration oder eine Störung im Zugangsnetz zu erklären. Vergleichen Sie die Messwerte mit den Vertragsangaben und dokumentieren Sie Uhrzeit, Gerät, Verbindung und Ergebnisse, bevor Sie den Anbieter kontaktieren.

Häufige Ursache: Falsche Testbedingungen

Ein einzelner Speedtest ist keine zuverlässige Diagnose. Browser-Erweiterungen, Sicherheitssoftware, geöffnete Programme, ein überlasteter Testserver oder eine parallel laufende Aktualisierung können das Ergebnis verändern. Verwenden Sie einen aktuellen Browser, schließen Sie unnötige Anwendungen und wiederholen Sie die Messung mit mehreren Servern, sofern diese Option verfügbar ist. Achten Sie darauf, dass der Computer nicht über WLAN, sondern tatsächlich über Ethernet verbunden ist.

So beurteilen Sie Download, Upload und Latenz

Die Download-Geschwindigkeit ist wichtig für Webseiten, Videostreaming und große Dateien. Der Upload beeinflusst Videokonferenzen, Backups und das Versenden von Dateien. Die Latenz beschreibt die Reaktionszeit und ist besonders für Online-Spiele, Telefonie und interaktive Anwendungen relevant. Bewerten Sie nicht nur den höchsten Einzelwert, sondern das Muster mehrerer Messungen. Ein stabiler, etwas niedrigerer Wert kann im Alltag besser sein als kurze Spitzen mit starken Schwankungen.

Praktische Optimierung nach dem Ethernet-Test

  1. Kabel prüfen: Tauschen Sie Kabel und Router-Port testweise aus und kontrollieren Sie die ausgehandelte Ethernet-Geschwindigkeit.
  2. Gerät vergleichen: Wiederholen Sie den Test mit einem zweiten Computer, um lokale Ursachen einzugrenzen.
  3. Router aktualisieren: Installieren Sie Firmware-Updates und prüfen Sie QoS-, VPN- und Sicherheitsfunktionen.
  4. Netzwerk entlasten: Pausieren Sie große Downloads, Uploads und Cloud-Synchronisationen während der Messung.
  5. Anbieter kontaktieren: Melden Sie dauerhaft auffällige Werte mit mehreren dokumentierten Messungen und Angaben zu Anschlussart, Router und Endgerät.

Wenn die Verbindung per Ethernet stabil ist, aber WLAN deutlich schlechter abschneidet, liegt die Ursache wahrscheinlich im Funknetz. Optimieren Sie dann Router-Standort, Frequenzband und WLAN-Kanal, statt den DSL-, Kabel- oder Glasfaseranschluss vorschnell als fehlerhaft einzustufen.