Speedtest: 90 Mbit Download – Ursachen für langsame Ergebnisse
Ein Speedtest mit 90 Mbit Download kann je nach gebuchtem Anschluss normal oder deutlich zu niedrig sein. Entscheidend sind Tarif, Messgerät, WLAN, Router, Auslastung und die Verbindung zum Testserver. Der Artikel erklärt die häufigsten Ursachen, zeigt eine systematische Prüfung und nennt praktische Maßnahmen für WLAN, DSL/Kabel und Glasfaser. Auch Upload und Latenz werden berücksichtigt, damit sich die Messergebnisse korrekt einordnen lassen.
Was bedeutet ein Speedtest mit 90 Mbit Download?
Ein Ergebnis von 90 Mbit/s beschreibt die gemessene Download-Geschwindigkeit zum Zeitpunkt der Prüfung. Ob dieser Wert gut oder zu niedrig ist, hängt vom gebuchten Anschluss, der verwendeten Verbindung und den technischen Bedingungen ab. Bei einem Anschluss mit deutlich höherer Leistung kann 90 Mbit/s auf eine Einschränkung hinweisen. Bei einem langsameren DSL- oder Kabeltarif kann das Ergebnis dagegen erwartbar sein.
Für die Bewertung sollten neben dem Download auch der Upload und die Latenz betrachtet werden. Ein hoher Ping kann bei Videokonferenzen oder Online-Spielen störender sein als eine moderate Abweichung beim Download.
Ursache 1: Begrenztes WLAN-Signal
WLAN ist häufig der Grund, wenn ein Speedtest nur 90 Mbit Download anzeigt. Große Entfernungen, Stahlbetonwände, Möbel und andere Funknetze verringern die Übertragungsrate. Auch das 2,4-GHz-Band ist oft stärker ausgelastet als ein gut erreichbares 5-GHz- oder 6-GHz-Netz. Ein Smartphone oder älteres Notebook kann zusätzlich durch seine WLAN-Hardware begrenzt sein.
Ursache 2: Router oder Endgerät arbeitet am Limit
Ein älterer Router unterstützt möglicherweise nicht die benötigte WLAN-Generation oder verarbeitet viele parallele Verbindungen nur eingeschränkt. Hintergrund-Downloads, Cloud-Synchronisationen und Sicherheitssoftware können außerdem das Endgerät belasten. Werden mehrere Geräte gleichzeitig genutzt, verteilt sich die verfügbare Bandbreite und ein einzelner Speedtest fällt niedriger aus.
Ursache 3: Messung über einen ungeeigneten Testaufbau
Browser-Erweiterungen, ein überlasteter Browser oder parallele Anwendungen verfälschen das Ergebnis. Auch ein VPN, ein Proxy oder ein weit entfernter Testserver kann Download und Latenz beeinflussen. Mobile Geräte wechseln unter Umständen zwischen WLAN und Mobilfunk, während der Test läuft. Deshalb sollte die Messung unter möglichst gleichen Bedingungen wiederholt werden.
Ursache 4: Auslastung bei Anbieter oder Anschlussnetz
Bei DSL- und Kabelanschlüssen kann die tatsächliche Geschwindigkeit von Leitungsqualität, Segmentauslastung und Tageszeit abhängen. Abends sind gemeinsam genutzte Netzbereiche oft stärker belastet. Bei Glasfaser ist die lokale Funkstrecke zwar kein Teil der Zugangsleitung, aber Router, Endgerät oder ein schwaches Heimnetz können weiterhin limitieren. Der Anbieter kann anhand mehrerer Messungen prüfen, ob eine Netzstörung vorliegt.
Ursache 5: Leitungs- oder Verkabelungsproblem
Beschädigte Netzwerkkabel, lose Stecker und ungeeignete Ethernet-Komponenten können die Verbindung verlangsamen. Bei DSL können schlechte Hausleitungen oder Störungen auf der Teilnehmerleitung die Synchronisation beeinflussen. Bei Kabelanschlüssen kommen Signalprobleme oder eine ungünstige Hausverkabelung infrage. Ein Blick auf die Router-Statistik und die ausgehandelte Verbindungsgeschwindigkeit liefert erste Hinweise.
So lässt sich das Ergebnis zuverlässig prüfen
Messung per Ethernet
Verbinden Sie einen leistungsfähigen Computer direkt per Netzwerkkabel mit dem Router. Deaktivieren Sie VPNs und pausieren Sie große Downloads. Wiederholen Sie den Test zu verschiedenen Tageszeiten und nutzen Sie nach Möglichkeit mehrere Testserver. Notieren Sie Download, Upload, Latenz und die Uhrzeit.
WLAN systematisch vergleichen
Führen Sie zunächst eine Messung in der Nähe des Routers durch und vergleichen Sie sie mit dem Ergebnis am üblichen Nutzungsort. Prüfen Sie getrennte WLAN-Namen für 2,4 und 5 GHz, sofern der Router dies unterstützt. Ein deutlich besserer Wert per Kabel zeigt, dass die Internetleitung wahrscheinlich nicht die Hauptursache ist.
Routerdaten kontrollieren
Prüfen Sie im Routermenü die Synchronisationsrate, Verbindungsart und mögliche Fehlermeldungen. Bei Glasfaser sollte das optische Zugangsgerät beziehungsweise der Übergabepunkt korrekt verbunden sein. Bei DSL und Kabel sind wiederholte Abbrüche oder stark schwankende Werte ein Grund, den Anbieter zu kontaktieren.
Optimierung für mehr Download-Geschwindigkeit
- Führen Sie wichtige Messungen per Ethernet statt über WLAN durch.
- Positionieren Sie den Router möglichst zentral und frei von großen Hindernissen.
- Aktualisieren Sie Router-Firmware und Betriebssystem des Testgeräts.
- Beenden Sie Cloud-Synchronisation, Streaming und große Downloads während der Messung.
- Verwenden Sie bei hoher Funkbelastung einen passenden 5-GHz- oder 6-GHz-Kanal.
- Ersetzen Sie beschädigte Ethernet-Kabel und prüfen Sie die verwendeten Netzwerkanschlüsse.
- Nutzen Sie bei großen Wohnungen ein korrekt eingerichtetes Mesh-System oder einen Access Point.
Wann sollte der Anbieter eingeschaltet werden?
Kontaktieren Sie den Anbieter, wenn mehrere Messungen per Ethernet dauerhaft deutlich unter der erwarteten Leistung liegen, die Verbindung häufig abbricht oder Upload und Latenz ungewöhnlich schwanken. Teilen Sie Datum, Uhrzeit, Messmethode und Ergebnisse mit. Bei einem Vertrag über DSL, Kabel oder Glasfaser kann der Anbieter anschließend Leitung, Segment und Routerprotokolle prüfen. Einzelne Messungen über WLAN reichen dagegen meist nicht für eine belastbare Störungsmeldung aus.
Für zusätzliche Orientierung können Sie die Hinweise der Bundesnetzagentur zu Breitbandmessungen heranziehen.
