Mbit/s der Netzwerkkarte testen: Ursachen für niedrige Werte
Ein niedriger Mbit/s-Wert kann durch Netzwerkkarte, Kabel, Router, WLAN, Anbieter oder Auslastung entstehen. Dieser Leitfaden zeigt die Prüfung und passende Optimierungen.
Wer die Mbit/s einer Netzwerkkarte testen möchte, vergleicht meist die angezeigte Verbindungsgeschwindigkeit mit dem Ergebnis eines Internet-Speedtests. Weichen beide Werte deutlich voneinander ab, liegt nicht automatisch ein Defekt vor. Die Netzwerkkarte zeigt häufig die ausgehandelte Verbindung zum Router, während der Speedtest die tatsächlich verfügbare Leistung zwischen Gerät und Anbieter misst. Bei Glasfaser sowie DSL/Kabel sollten deshalb Download, Upload und Latenz getrennt betrachtet werden.
Welche Werte beim Test auffällig sind
Eine Gigabit-Netzwerkkarte kann beispielsweise eine Verbindung mit 1.000 Mbit/s zum Router anzeigen. Ein Internettest kann trotzdem niedriger ausfallen, weil der Anschluss, der Server, das Kabel oder die aktuelle Auslastung begrenzt. Problematisch wird es vor allem, wenn die lokale Verbindung nur 100 Mbit/s aushandelt, obwohl Router, Netzwerkkarte und Kabel höhere Datenraten unterstützen. Auch wiederkehrende Einbrüche, hohe Latenz oder ein deutlich schwächerer Upload sind wichtige Hinweise.
Häufige Ursache: Netzwerkkarte oder Treiber
Ein veralteter, fehlerhafter oder ungeeigneter Treiber kann die Leistung der Netzwerkkarte begrenzen. Ebenso kann im Betriebssystem eine Einstellung wie die maximale Geschwindigkeit oder der Duplex-Modus falsch gesetzt sein. Prüfen Sie im Geräte-Manager die erkannte Hardware, installieren Sie den aktuellen Treiber des Herstellers und kontrollieren Sie die ausgehandelte Geschwindigkeit in den Netzwerkdetails. Bei USB-Adaptern sollten außerdem die unterstützte USB-Version und die Stromversorgung berücksichtigt werden.
Häufige Ursache: Kabel und Anschluss
Ein beschädigtes oder nicht ausreichend spezifiziertes Ethernet-Kabel ist eine häufige Erklärung für eine Verbindung mit nur 100 Mbit/s. Für Gigabit Ethernet sollte mindestens ein geeignetes Cat-5e-Kabel verwendet werden. Knicke, lose Stecker, schlechte Wanddosen oder alte Adapter können zusätzlich Paketfehler verursachen. Testen Sie ein anderes Kabel und verbinden Sie den Computer direkt mit einem LAN-Port des Routers. Werden danach höhere Mbit/s angezeigt, liegt die Ursache wahrscheinlich in der bisherigen Verkabelung.
Häufige Ursache: Router und Port
Nicht jeder Router-Port unterstützt dieselbe Geschwindigkeit. Einige ältere Geräte oder Zusatzadapter arbeiten nur mit 100 Mbit/s, während moderne Ports Gigabit Ethernet oder mehr unterstützen. Prüfen Sie die Beschriftung des LAN-Ports und die Einstellungen im Router. Ein Neustart kann vorübergehende Aushandlungsfehler beheben, ersetzt aber keine passende Hardware. Bei Glasfaser sollte auch das Zusammenspiel zwischen Router, ONT und Ethernet-Port geprüft werden.
Häufige Ursache: WLAN statt direkter Verbindung
Ein Speedtest über WLAN misst nicht ausschließlich die Leistung des Internetanschlusses. Entfernung, Wände, Nachbarfunknetze, Kanalwahl und die verwendete WLAN-Generation beeinflussen den Download und Upload. Das 2,4-GHz-Band reicht oft weiter, ist aber stärker ausgelastet; 5 GHz oder 6 GHz kann bei kurzer Entfernung höhere Datenraten liefern. Führen Sie den Vergleichstest per Ethernet durch und messen Sie WLAN zusätzlich am gleichen Standort. So lässt sich erkennen, ob das Funknetz der begrenzende Faktor ist.
Häufige Ursache: Anschluss oder Anbieter
Bei DSL/Kabel und Glasfaser kann die tatsächliche Internetleistung von der lokalen Netzwerkkarte abweichen. Leitungsqualität, Netzsegment-Auslastung, Wartung oder eine Störung beim Anbieter wirken sich auf den Speedtest aus. Messen Sie zu verschiedenen Tageszeiten mit demselben Testserver und möglichst per Ethernet. Bleiben die Werte dauerhaft deutlich unter der erwartbaren Anschlussleistung, vergleichen Sie die Ergebnisse mit den technischen Angaben Ihres Anbieters und dokumentieren Sie Zeitpunkt, Download, Upload und Latenz.
Häufige Ursache: Hintergrundverkehr und Server
Cloud-Synchronisierung, Updates, Streaming, VPN-Verbindungen und parallele Downloads teilen sich die verfügbare Bandbreite. Dadurch kann ein einzelner Speedtest niedrig ausfallen, obwohl die Netzwerkkarte korrekt arbeitet. Beenden Sie vor der Messung größere Übertragungen und prüfen Sie im Router, welche Geräte Daten senden. Testen Sie außerdem mehrere seriöse Server, weil Entfernung und Serverauslastung das Ergebnis beeinflussen können.
So prüfen Sie die Mbit/s systematisch
- Verbinden Sie den Computer per Ethernet direkt mit dem Router.
- Prüfen Sie in den Netzwerkdetails die ausgehandelte Geschwindigkeit der Netzwerkkarte.
- Verwenden Sie ein geeignetes Kabel und einen passenden LAN-Port.
- Beenden Sie parallele Downloads, VPNs und Cloud-Synchronisierungen.
- Wiederholen Sie den Test zu unterschiedlichen Zeiten und mit mehreren Servern.
- Vergleichen Sie Download, Upload und Latenz mit der Leistung über WLAN.
Praktische Optimierungen
Aktualisieren Sie Treiber und Router-Firmware, ersetzen Sie ungeeignete Kabel und nutzen Sie bei wichtigen Messungen eine direkte Ethernet-Verbindung. Für WLAN helfen ein günstiger Routerstandort, ein weniger belegter Kanal und das passende Frequenzband. Bei dauerhaft niedrigen Werten trotz korrekter lokaler Verbindung sollte der Anbieter die Leitung prüfen. Eine höhere Anzeige der Netzwerkkarte allein garantiert keine höhere Internetgeschwindigkeit.
