Mbit/s-Speedtest-Ergebnis zu niedrig: Ursachen erkennen und beheben
Ein niedriges Mbit/s-Speedtest-Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass der Internetanschluss defekt ist. WLAN-Störungen, ausgelastete Router, parallele Downloads, ein begrenztes Endgerät oder Engpässe beim Anbieter können die Messung beeinflussen. Der Artikel zeigt, wie Sie die Ursache systematisch eingrenzen, welche Vergleichsmessungen sinnvoll sind und mit welchen Einstellungen sich Download, Upload und Latenz verbessern lassen.
Was bedeutet ein niedriges Mbit/s-Speedtest-Ergebnis?
Ein Mbit/s-Speedtest-Ergebnis beschreibt, wie schnell Daten zum Anschluss heruntergeladen oder von ihm hochgeladen werden. Der gemessene Download kann deutlich unter der beworbenen Anschlussleistung liegen, ohne dass sofort ein Defekt vorliegt. Entscheidend sind Messzeitpunkt, Verbindung zwischen Endgerät und Router, Auslastung des Netzes sowie die technische Leistung von DSL, Kabel oder Glasfaser.
Zusätzlich sollten Sie die Latenz beachten. Sie wird meist in Millisekunden angegeben und beschreibt die Verzögerung einer Datenübertragung. Für Videokonferenzen und Online-Spiele ist eine niedrige Latenz oft wichtiger als eine sehr hohe Downloadrate.
Ursache 1: WLAN begrenzt die Geschwindigkeit
Eine drahtlose Verbindung ist häufig der wichtigste Grund für ein zu niedriges Speedtest-Ergebnis. Große Entfernungen zum Router, dicke Wände, Nachbar-WLANs und Geräte mit älteren WLAN-Standards verringern die Übertragungsrate. Auch das 2,4-GHz-Band kann durch viele Funknetze gestört werden. Der Tarif kann zwar eine hohe Leistung bieten, das WLAN erreicht diese unter den aktuellen Bedingungen aber nicht.
Ursache 2: Router oder Endgerät sind überlastet
Ein Router verarbeitet gleichzeitig viele Verbindungen, etwa durch Smart-Home-Geräte, Fernseher, Cloud-Synchronisationen und Videostreams. Bei älteren Routern kann die Rechenleistung oder das WLAN-Modul zum Engpass werden. Ebenso kann ein älteres Notebook, Smartphone oder eine schwache Netzwerkkarte die Messung begrenzen. Browser-Erweiterungen und parallel laufende Programme können das Ergebnis zusätzlich beeinflussen.
Ursache 3: Parallele Downloads und Uploads
Während des Tests sollten keine größeren Datenübertragungen laufen. Ein Spiele-Update, ein Cloud-Upload, ein Streamingdienst oder ein anderer Download teilt die verfügbare Bandbreite mit dem Speedtest. Besonders ein ausgelasteter Upload kann die Latenz erhöhen und interaktive Anwendungen verlangsamen. Prüfen Sie deshalb alle Geräte im Haushalt und pausieren Sie aktive Synchronisationen vor der Messung.
Ursache 4: Auslastung beim Anbieter oder im Zugangsnetz
Bei DSL- und Kabelanschlüssen kann die Geschwindigkeit zu Stoßzeiten sinken, wenn viele Anschlüsse denselben Abschnitt des Zugangsnetzes nutzen. Auch eine regionale Störung oder Wartung beim Anbieter kann vorübergehend zu schlechteren Werten führen. Bei Glasfaser ist die Leistung meist stabiler, dennoch können Router, Hausverkabelung oder ein Problem im Netz des Anbieters die Messung beeinflussen.
Ursache 5: Falsche Messbedingungen
Ein einzelner Test ist nur eine Momentaufnahme. Ein überlasteter Testserver, ein VPN, ein Proxy oder eine schwache Browserleistung kann das Mbit/s-Speedtest-Ergebnis verfälschen. Auch eine Messung über einen entfernten Server ist nicht immer mit der Leistung des eigenen Anschlusses vergleichbar. Verwenden Sie mehrere Messungen zu unterschiedlichen Zeiten und vergleichen Sie die Ergebnisse unter identischen Bedingungen.
So prüfen Sie die tatsächliche Ursache
- Verbinden Sie einen leistungsfähigen Computer testweise per Netzwerkkabel direkt mit dem Router.
- Schließen Sie parallele Downloads, Uploads, Streams und VPN-Verbindungen.
- Starten Sie den Router neu und führen Sie mehrere Messungen morgens, am Nachmittag und abends durch.
- Vergleichen Sie Download, Upload und Latenz mit dem vertraglich beschriebenen Leistungsbereich.
- Wiederholen Sie den Test mit einem zweiten Endgerät und nach Möglichkeit mit verschiedenen Testservern.
Ist die Messung per Kabel deutlich besser als über WLAN, liegt die Ursache wahrscheinlich im Funknetz. Bleiben die Werte auch per Kabel dauerhaft niedrig, sollten Sie Router, Hausverkabelung und den Anschluss beim Anbieter prüfen lassen.
Optimierung für ein besseres Speedtest-Ergebnis
- Platzieren Sie den Router möglichst zentral, frei und nicht in einem Schrank.
- Nutzen Sie für aktuelle Geräte bevorzugt ein weniger belegtes 5-GHz- oder 6-GHz-WLAN.
- Installieren Sie Firmware- und Treiberupdates für Router, Computer und WLAN-Adapter.
- Verwenden Sie für stationäre Geräte wie Desktop-PCs oder Fernseher nach Möglichkeit ein Netzwerkkabel.
- Beenden oder planen Sie große Cloud-Synchronisationen und Updates außerhalb wichtiger Arbeitszeiten.
- Prüfen Sie bei wiederholt niedrigen Kabelmessungen die Anschlussdose, Netzwerkkabel und Router sowie bekannte Störungen beim Anbieter.
Wann sollten Sie den Anbieter kontaktieren?
Kontaktieren Sie den Anbieter, wenn mehrere Messungen zu verschiedenen Zeiten per Kabel deutlich unter dem erwarteten Leistungsbereich liegen. Halten Sie Datum, Uhrzeit, Messserver, Download, Upload und Latenz fest. Diese Angaben erleichtern die technische Prüfung. Bei DSL, Kabel und Glasfaser können unterschiedliche Messverfahren und Leistungszusagen gelten. Maßgeblich sind daher die Vertragsbedingungen und die vom Anbieter dokumentierten Anschlusswerte.
Ein niedriges Mbit/s-Speedtest-Ergebnis lässt sich meist durch den Vergleich zwischen WLAN und Kabel, mehrere Messzeitpunkte und die Kontrolle paralleler Datenübertragungen einordnen. Erst wenn diese Einflussfaktoren ausgeschlossen sind, spricht vieles für ein Problem mit Router, Hausnetz oder Anbieter.
