Internetgeschwindigkeit 58,7 Mbps: Ursachen und Lösungen

Eine Internetgeschwindigkeit von 58,7 Mbps beschreibt zunächst nur den gemessenen Download-Wert und ist nicht automatisch ein Fehler. Abweichungen entstehen unter anderem durch WLAN, ausgelastete Router, mehrere Geräte, Netzwerkprobleme oder Einschränkungen beim Anbieter. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Download, Upload und Latenz korrekt messen, die Ursache systematisch eingrenzen und mit einfachen Maßnahmen verbessern. Dabei werden DSL/Kabel, Glasfaser und typische Unterschiede zwischen einer Messung per WLAN und einer direkten Verbindung berücksichtigt.

Veröffentlicht 2026-10-20 Zuletzt aktualisiert 2026-10-20 Kategorie: Leitfäden

Was bedeutet eine Internetgeschwindigkeit von 58,7 Mbps?

Ein Messwert von 58,7 Mbps entspricht ungefähr 7,3 Megabyte pro Sekunde beim Download unter idealen Bedingungen. Ob dieser Wert gut oder zu niedrig ist, hängt vom gebuchten Anschluss, der verwendeten Technik und der Tageszeit ab. Bei DSL, Kabel oder Glasfaser können die tatsächlichen Werte unterschiedlich ausfallen. Außerdem sind Upload und Latenz für Videokonferenzen, Cloud-Dienste und Online-Spiele ebenfalls wichtig.

Wenn ein Anschluss deutlich mehr leisten sollte, kann 58,7 Mbps auf eine technische oder lokale Einschränkung hinweisen. Bei einem Tarif mit ähnlicher erwarteter Download-Leistung muss der Wert dagegen nicht problematisch sein.

Häufige Ursachen für 58,7 Mbps

WLAN-Signal ist zu schwach

Ein großer Abstand zwischen Router und Endgerät, dicke Wände oder Störquellen können die WLAN-Leistung reduzieren. Besonders im 2,4-GHz-Band teilen sich viele Geräte denselben Funkbereich. Dadurch fällt der Download niedriger aus, obwohl der Internetanschluss selbst schneller arbeitet.

Mehrere Geräte nutzen den Anschluss

Streaming, große Downloads, automatische Backups und Spiele-Updates verbrauchen gemeinsam die verfügbare Bandbreite. Wenn mehrere Geräte gleichzeitig aktiv sind, kann ein einzelner Geschwindigkeitstest nur einen Teil der Kapazität anzeigen.

Router oder Netzwerkgerät begrenzt die Leistung

Ein älterer Router, veraltete Firmware oder ein ungeeigneter WLAN-Standard kann die Übertragung bremsen. Auch ein schwacher Repeater oder ein beschädigtes Netzwerkkabel zwischen Router und Endgerät kann den Messwert auf etwa 58,7 Mbps begrenzen.

Auslastung beim Anbieter

Bei DSL- und Kabelanschlüssen kann die Auslastung zu bestimmten Zeiten die verfügbare Bandbreite beeinflussen. Wenn der Wert vor allem abends sinkt, liegt die Ursache möglicherweise im Zugangsnetz des Anbieters und nicht im heimischen WLAN.

Technische Eigenschaften des Anschlusses

Bei DSL hängt die tatsächliche Geschwindigkeit unter anderem von der Leitungslänge und der Leitungsqualität ab. Bei Kabel kann die gemeinsame Netzsegmentauslastung eine Rolle spielen. Glasfaser bietet häufig andere technische Voraussetzungen, dennoch können Router, Endgerät oder Hausverkabelung die Messung begrenzen.

Endgerät oder Hintergrundsoftware

Ein älteres Smartphone, ein ausgelasteter Computer, VPN-Software, Sicherheitsprogramme oder parallele Systemupdates können die Messung beeinflussen. Der Internetanschluss ist dann möglicherweise schneller als der getestete Rechner.

Wie lässt sich die Ursache zuverlässig feststellen?

  1. Führen Sie mehrere Messungen zu unterschiedlichen Tageszeiten durch und notieren Sie Download, Upload und Latenz.
  2. Verbinden Sie einen Computer möglichst direkt per Netzwerkkabel mit dem Router. Deaktivieren Sie während des Tests VPN, Downloads und Streaming.
  3. Wiederholen Sie den Test anschließend per WLAN am gleichen Standort. Ein großer Unterschied deutet auf ein lokales Funkproblem hin.
  4. Prüfen Sie, ob andere Geräte Daten übertragen, und testen Sie nach Möglichkeit mit einem zweiten Endgerät.
  5. Vergleichen Sie die Ergebnisse mit den Angaben Ihres Vertrags und dokumentieren Sie wiederkehrende Abweichungen.

Ein einzelner Test ist nur eine Momentaufnahme. Aussagekräftiger sind mehrere Messungen unter vergleichbaren Bedingungen. Bei der Bewertung sollten Sie nicht nur den Download, sondern auch Upload und Latenz berücksichtigen.

Was können Sie selbst optimieren?

  • Stellen Sie den Router möglichst zentral, frei und erhöht auf.
  • Nutzen Sie bei kurzen Entfernungen ein weniger belegtes WLAN-Band und aktualisieren Sie die Router-Firmware.
  • Verbinden Sie stationäre Geräte wie Computer oder Smart-TV möglichst per Netzwerkkabel.
  • Beenden Sie nicht benötigte Downloads, Backups und Streaming-Sitzungen während wichtiger Anwendungen.
  • Starten Sie Router und betroffene Geräte neu und prüfen Sie die Netzwerkkabel auf Beschädigungen.
  • Platzieren Sie Repeater sorgfältig und verwenden Sie bei größeren Wohnungen ein geeignetes Mesh-System.

Wann sollten Sie den Anbieter kontaktieren?

Kontaktieren Sie den Anbieter, wenn die Geschwindigkeit auch per Kabel, mit mehreren Endgeräten und zu verschiedenen Zeiten dauerhaft deutlich unter der vertraglich erwarteten Leistung liegt. Halten Sie Datum, Uhrzeit, Messmethode sowie Download, Upload und Latenz fest. Diese Informationen erleichtern die technische Prüfung.

Sinkt die Geschwindigkeit nur abends oder ausschließlich im WLAN, sollte die Ursache zunächst genauer eingegrenzt werden. Der Anbieter kann anschließend prüfen, ob eine Störung im Zugangsnetz, ein Leitungsproblem oder eine Einschränkung am Anschluss vorliegt. Erfinden Sie bei der Prüfung keine Messwerte und vergleichen Sie nur Tests mit gleichen Bedingungen.

Fazit zur Messung von 58,7 Mbps

58,7 Mbps sind ohne Angaben zum Anschluss und zur Messmethode nicht eindeutig zu bewerten. Entscheidend ist, ob der Wert per WLAN oder Kabel gemessen wurde, ob weitere Geräte aktiv waren und wie sich die Verbindung bei Download, Upload und Latenz verhält. Eine systematische Messreihe hilft, WLAN, Router, Endgerät und Anbieter als mögliche Ursachen voneinander zu unterscheiden.