Internetgeschwindigkeit 700: Ursachen für langsame Verbindungen

Eine Internetgeschwindigkeit von 700 Mbit/s kann trotz passendem Anschluss deutlich niedriger ausfallen. Häufige Ursachen sind WLAN, Router, Endgerät, Auslastung oder der Anbieter.

Veröffentlicht 2026-07-20 Zuletzt aktualisiert 2026-07-20 Kategorie: Leitfäden

Was bedeutet Internetgeschwindigkeit 700?

Die Angabe Internetgeschwindigkeit 700 bezeichnet in der Regel eine maximale Übertragungsrate von bis zu 700 Mbit/s. Für die Beurteilung müssen Download, Upload und Latenz getrennt betrachtet werden. Ein hoher Download-Wert verbessert große Downloads und Videostreaming, während der Upload für Cloud-Sicherungen, Videokonferenzen und das Versenden großer Dateien wichtig ist.

Die beworbene Geschwindigkeit gilt meist für die Verbindung zwischen Anschluss und Netz des Anbieters. Zwischen Router und Endgerät können technische Bedingungen dazu führen, dass der tatsächliche Messwert niedriger ausfällt.

Ursache 1: WLAN begrenzt die Geschwindigkeit

WLAN ist eine häufige Ursache für eine niedrigere Internetgeschwindigkeit. Entfernung, mehrere Wände, Nachbar-WLANs und viele gleichzeitig verbundene Geräte können die Funkleistung reduzieren. Ältere WLAN-Standards oder ein ungünstig platzierter Router begrenzen den Download zusätzlich. Prüfen Sie die Geschwindigkeit deshalb auch direkt neben dem Router und vergleichen Sie das Ergebnis mit einer Messung über Netzwerkkabel.

Ursache 2: Router oder Netzwerkkabel sind ungeeignet

Ein Router muss die gebuchte Bandbreite technisch verarbeiten können. Veraltete Hardware, eine nicht aktuelle Firmware oder ein überlasteter Router können den Datendurchsatz verringern. Auch ein altes oder beschädigtes Netzwerkkabel kann die Verbindung auf eine niedrigere Übertragungsrate beschränken. Verwenden Sie für den Test ein geeignetes Gigabit-Kabel und kontrollieren Sie die ausgehandelte Verbindungsgeschwindigkeit.

Ursache 3: Das Endgerät ist der Engpass

Nicht jedes Smartphone, Notebook oder jeder Computer kann 700 Mbit/s zuverlässig messen oder nutzen. Eine schwache WLAN-Karte, geringe Prozessorleistung, Hintergrunddownloads oder Sicherheitssoftware können das Ergebnis beeinflussen. Schließen Sie während der Messung nicht benötigte Programme und führen Sie den Vergleich mit einem aktuellen Gerät durch.

Ursache 4: Auslastung im Netz des Anbieters

Bei DSL- oder Kabelanschlüssen kann die Auslastung zu bestimmten Tageszeiten die Geschwindigkeit beeinflussen. Besonders abends teilen sich viele Haushalte die verfügbare Netzkapazität. Wenn die Messwerte regelmäßig nur zu Stoßzeiten sinken, sollten Sie mehrere Messungen dokumentieren und die Ergebnisse mit den Vorgaben des Anbieters vergleichen. Bei einem Glasfaseranschluss ist eine zeitabhängige Schwankung ebenfalls möglich, aber nicht automatisch die wahrscheinlichste Erklärung.

Ursache 5: Unterschied zwischen Download und Upload

Ein Anschluss mit bis zu 700 Mbit/s im Download bietet nicht zwingend denselben Wert im Upload. DSL, Kabel und Glasfaser verwenden unterschiedliche technische Verfahren und Tarifprofile. Prüfen Sie daher beide Richtungen getrennt. Ein guter Download bei gleichzeitig langsamem Upload kann auf die Anschlussart oder das gebuchte Profil hinweisen und ist nicht unbedingt ein Messfehler.

Ursache 6: Hohe Latenz oder Störungen statt zu wenig Bandbreite

Eine Verbindung kann schnell genug sein und sich trotzdem langsam anfühlen. Hohe Latenz, Paketverluste oder kurze Unterbrechungen beeinträchtigen Online-Spiele, Videokonferenzen und Webseiten. Ein Speedtest sollte deshalb nicht nur Download und Upload, sondern auch Ping und Stabilität erfassen. Wiederholte Aussetzer können auf WLAN-Störungen, Leitungsprobleme oder eine fehlerhafte Netzwerkkonfiguration hindeuten.

So prüfen Sie die tatsächliche Geschwindigkeit

  1. Verbinden Sie einen Computer möglichst direkt per Netzwerkkabel mit dem Router.
  2. Beenden Sie parallele Downloads, Streaming-Dienste, VPN-Verbindungen und Cloud-Synchronisationen.
  3. Führen Sie mehrere Messungen zu unterschiedlichen Tageszeiten durch.
  4. Notieren Sie Download, Upload, Latenz, Uhrzeit und verwendetes Endgerät.
  5. Vergleichen Sie die Ergebnisse mit den Vertragsangaben und den Informationen des Anbieters.

Welche Optimierungen helfen?

  • Platzieren Sie den Router möglichst zentral, frei und nicht in einem Schrank.
  • Nutzen Sie bei stationären Geräten ein Gigabit-Netzwerkkabel.
  • Aktualisieren Sie Router-Firmware und Treiber der WLAN-Hardware.
  • Wählen Sie bei kompatiblen Geräten das weniger belegte WLAN-Band.
  • Trennen Sie ungenutzte Geräte und begrenzen Sie automatische Hintergrundsicherungen.
  • Starten Sie den Router neu und prüfen Sie, ob die Störung danach weiterhin auftritt.

Wann sollte der Anbieter kontaktiert werden?

Kontaktieren Sie den Anbieter, wenn die Geschwindigkeit auch über Kabel, mit mehreren Geräten und zu verschiedenen Zeiten dauerhaft deutlich niedriger bleibt. Übermitteln Sie die protokollierten Messwerte und nennen Sie zusätzlich auffällige Latenzen oder Verbindungsabbrüche. Der Anbieter kann die Leitung, das Anschlussprofil und mögliche Netzstörungen prüfen. Vermeiden Sie dabei die Annahme, dass ein einzelner Speedtest bereits einen eindeutigen Leitungsfehler beweist.