ADSL Geschwindigkeit messen: Ursachen für langsames Internet erkennen
Wer die ADSL Geschwindigkeit messen möchte, erhält nicht immer die erwarteten Werte. Abweichungen können durch Leitungsqualität, Netzüberlastung, WLAN, Router, Endgeräte oder den Anbieter entstehen. Dieser Leitfaden erklärt die typischen Ursachen, zeigt eine zuverlässige Messmethode und nennt konkrete Schritte für bessere Download- und Upload-Werte sowie geringere Latenz.
Was zeigt ein ADSL Geschwindigkeitstest?
Beim ADSL Geschwindigkeit messen werden normalerweise Download, Upload und Latenz ermittelt. Der Download beschreibt, wie schnell Daten zu Ihrem Gerät gelangen, während der Upload das Senden von Daten misst. Die Latenz gibt an, wie lange ein Datenpaket benötigt. Ein einzelner Test ist jedoch nur eine Momentaufnahme und sollte nicht automatisch als Beweis für einen Leitungsfehler gelten.
Vergleichen Sie das Ergebnis mit der vertraglich beschriebenen Anschlussleistung und nicht mit theoretischen Werten moderner Glasfaser- oder Kabelanschlüsse. Bei DSL/Kabel, Glasfaser und ADSL gelten unterschiedliche technische Bedingungen. Auch die Formulierung des Anbieters kann zwischen maximaler, typischer und minimaler Geschwindigkeit unterscheiden.
Ursache 1: Die ADSL-Leitung ist technisch begrenzt
ADSL nutzt die Telefonleitung, deren Qualität und Länge die Geschwindigkeit beeinflussen. Eine lange Leitung zwischen Router und Vermittlungsstelle, alte Kabel, schlechte Kontakte oder Störungen auf der Leitung können den Download und besonders den Upload reduzieren. Häufig synchronisiert der Router dann bereits mit einer niedrigeren Datenrate.
So erkennen Sie diese Ursache
Prüfen Sie im Routermenü die DSL-Synchronisation, die Leitungsdämpfung und mögliche Fehlerzähler. Liegt die Synchronisationsrate dauerhaft deutlich unter der erwarteten Anschlussleistung, deutet dies eher auf die Leitung oder den Anschluss als auf das WLAN hin.
Ursache 2: WLAN verfälscht die Messung
Ein Geschwindigkeitstest über WLAN misst nicht nur die Internetleitung, sondern auch die Funkverbindung. Große Entfernungen, mehrere Wände, benachbarte Funknetze und andere Geräte können den Download verringern, den Upload schwanken lassen oder die Latenz erhöhen. Das gilt besonders bei älteren Routern oder überlasteten Funkkanälen.
So grenzen Sie WLAN als Fehlerquelle ein
Führen Sie den Test zunächst mit einem Netzwerkkabel direkt am Router durch. Wiederholen Sie ihn anschließend am gleichen Standort über WLAN. Ist die kabelgebundene Messung deutlich besser, liegt die Ursache wahrscheinlich im Funknetz und nicht bei Ihrem Anbieter.
Ursache 3: Router oder Heimnetz sind überlastet
Ein Router kann durch viele aktive Geräte, große Downloads, Cloud-Synchronisationen, Videokonferenzen oder Streaming belastet werden. Manche Geräte priorisieren Datenverkehr unterschiedlich oder erreichen bei hoher Auslastung ihre Leistungsgrenze. Dadurch können Geschwindigkeit und Latenz auch bei einer funktionierenden DSL-Leitung schwanken.
Beenden Sie vor dem Test automatische Downloads und pausieren Sie Cloud-Dienste. Prüfen Sie im Router, welche Geräte verbunden sind, und starten Sie die Hardware neu. Aktualisierte Router-Firmware kann Stabilitätsprobleme beheben, ersetzt aber keine zu schwache ADSL-Leitung.
Ursache 4: Der Anbieter oder das Zugangsnetz ist ausgelastet
Wenn die Messwerte vor allem abends oder am Wochenende sinken, kann eine Auslastung im Zugangs- oder Netzbereich des Anbieters die Ursache sein. Auch Wartungen, regionale Störungen oder eine fehlerhafte Portkonfiguration können den Anschluss beeinflussen. Der Router zeigt in solchen Fällen nicht immer einen vollständigen Ausfall an.
So prüfen Sie eine Netzstörung
Messen Sie zu unterschiedlichen Tageszeiten und notieren Sie Download, Upload, Latenz sowie die verwendete Verbindung. Prüfen Sie die allgemeine Störungsseite des Anbieters. Bleibt die Abweichung bei einer kabelgebundenen Messung bestehen, können Sie dem Anbieter die protokollierten Werte und den Zeitpunkt der Tests übermitteln.
Ursache 5: Endgerät oder Testserver begrenzen das Ergebnis
Ein älterer Computer, eine ausgelastete Netzwerkkarte, Sicherheitssoftware oder ein überlasteter Browser kann das Testergebnis beeinflussen. Auch der ausgewählte Testserver kann vorübergehend stark beansprucht sein. Dann fällt der gemessene Download niedriger aus, obwohl die DSL-Synchronisation unverändert bleibt.
Verwenden Sie für den Vergleich ein aktuelles Endgerät, schließen Sie unnötige Programme und wählen Sie nach Möglichkeit mehrere nahe gelegene Testserver. Ein einzelnes Ergebnis sollte nicht bewertet werden, wenn andere Messungen zur gleichen Zeit deutlich abweichen.
ADSL Geschwindigkeit zuverlässig messen
- Verbinden Sie den Computer direkt per Netzwerkkabel mit dem Router.
- Deaktivieren Sie vorübergehend Downloads, Uploads, VPN-Verbindungen und Cloud-Synchronisation.
- Führen Sie mehrere Messungen zu verschiedenen Tageszeiten durch.
- Notieren Sie Download, Upload, Latenz, Uhrzeit und Verbindungsart.
- Vergleichen Sie die Werte mit der Router-Synchronisation und den Angaben des Anbieters.
Für eine standardisierte Messung sollten Sie ein anerkanntes Messverfahren verwenden und die Bedingungen möglichst konstant halten. Informationen zur eigenen Verbindung finden Sie außerdem in der Routerübersicht sowie bei der Bundesnetzagentur.
Welche Maßnahmen verbessern die Geschwindigkeit?
Optimieren Sie zunächst die Messbedingungen und das Heimnetz. Nutzen Sie ein Netzwerkkabel, platzieren Sie den Router möglichst zentral und reduzieren Sie Hindernisse zwischen Router und WLAN-Geräten. Bei Bedarf kann ein aktueller Router oder ein zusätzlicher WLAN-Zugangspunkt helfen. Achten Sie darauf, dass ein Repeater nicht selbst an einer schwachen Funkstelle steht.
Bleibt die Geschwindigkeit auch kabelgebunden und zu verschiedenen Zeiten niedrig, wenden Sie sich mit dem Messprotokoll an den Anbieter. Prüfen Sie außerdem die Hausverkabelung, Anschlussdosen und verwendeten Kabel. Wenn die technischen Grenzen von ADSL erreicht sind, können DSL/Kabel oder Glasfaser je nach Verfügbarkeit eine langfristige Alternative sein. Eine höhere Anschlussklasse garantiert jedoch nicht automatisch bessere WLAN-Werte.
